Account-Strategie in Social Media


Eine große Zahl an Unternehmen hat mittlerweile die Vorzüge und Notwendigkeit einer Social Media Strategie erkannt. Egal ob B2B oder B2C – mit den richtigen Plattformen kann man seine potenziellen Kunden schnell und einfach erreichen. Bevor man aber auf Facebook und Co. richtig durchstarten kann, muss man sich einige wichtige Fragen stellen. Wie nenne ich meine Accounts? Möchte ich für jedes Land oder Produkt eine eigene Seite haben? Auf welcher Sprache soll ich meinen Account führen?

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Vorbereitung

Bevor man eine Entscheidung treffen kann, muss man natürlich erstmal die eigene Firma unter die Lupe nehmen. In welchen Ländern ist das Unternehmen aktiv? Wer sind unsere Kunden? Was für eine Markenstrategie verfolgen wir? Wie viele Ressourcen können wir in Social Media stecken? Durch das Beantworten dieser Fragen kann man schon sehen, in welche Richtung sich die Social Media Strategie entwickeln sollte.

Wie viele Accounts?

Zuerst muss man sich entscheiden, ob man für jedes einzelne Produkt einen eigenen Social Media Account erstellen möchte oder ob ein Account für alle Produkte sinnvoller ist. Hier hilft ein Blick auf die verfolgte Markenstrategie. Handelt es sich dabei um eine Mono- oder Multimarkenstrategie beziehungsweise hat das Unternehmen viele einzelne unabhängige Marken, bietet es sich an für jedes Produkt einen eigenen Account zu erstellen, sowie einen Account für das Unternehmen selbst. Jedes Produkt hat eigene Eigenschaften und eine andere Zielgruppe und verdient deshalb einen selbständigen Account. Ferrero mit Nutella, Mon Chéri und Duplo sowie Unilever mit Becel, Rama und Du darfst sind gute Beispiele für diese Vorgehensweise.
Handelt das Unternehmen allerdings unter einer Dachmarke, kann das Anlegen eines einzigen Accounts pro Plattform von Vorteil sein. Die Produkte strahlen dabei nämlich ähnliche Eigenschaften aus und profitieren von einem gemeinsamen Markenimage. Nivea vereinigt beispielsweise die Produkte Nivea Sun, Nivea Creme und Nivea Soft unter einem einzigen Account namens Nivea.

Welche Sprache?

Welche Sprache?
Für international tätige Firmen stellt sich anschließend die Frage, in welcher Sprache sie ihren Social Media Account führen sollen oder ob sie gleich mehrere Accounts in verschiedenen Sprachen erstellen. Facebook hat dafür eine ganz einfache Lösung gefunden: Man kann Posts gleich auf mehreren Sprachen verfassen und damit jeden User auf seiner eigenen Sprache ansprechen. Leider geht das bei den meisten Social Media Plattformen nicht. Wer auf anderen Seiten tätig sein möchte oder wessen Marketingstrategie sich von Land zu Land unterscheidet, der sollte gleich mehrere Accounts auf verschiedenen Sprachen erstellen. Den Kunden in Deutschland interessiert natürlich kein Post, bei dem auf eine große Rabattaktion in Italien hingewiesen wird.
Schwierig wird es auch bei Ländern, die mehrere offizielle Sprachen haben. In der Schweiz spricht man zum Beispiel Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Ein Blick auf die Anteile der Sprachen verrät, dass es sich wohl kaum lohnen wird einen Account auf Rätoromanisch anzulegen, da weniger als ein Prozent der Schweizer diese Sprache sprechen. Für die übrigen Sprachen sollte man eigene Kanäle anlegen, da jeder User dann auf seiner Sprache angesprochen wird. Man könnte auch mehrere Regionen miteinander verbinden. Deutschland, Österreich und die Schweiz kann man somit mit einem einzigen Social Media Account mit der Endung D-A-CH abdecken. Eine Voraussetzung dafür ist, dass sich die Marketinginhalte und die angebotenen Produkte weitgehend decken.

Weitere Möglichkeiten

Man kann natürlich nicht nur nach Produkten, Ländern oder Sprachen aufteilen. Einige Unternehmen teilen ihre Social Media Accounts in Wirtschaftsregionen, Funktionsbereiche oder Technologien ein. SAP beispielsweise betreibt eine bunte Mischung an Social Media Accounts. SAP, SAP D-A-CH, SAPFinance, SAPMENA, SAP News und SAP Support Help sind nur ein Teil der Social Media Accounts von SAP. Dies zeigt, dass ein Unternehmen nicht nur nach einem Kriterium aufteilen muss. Durch Kombination verschiedener Möglichkeiten kann man die Social Media Strategie erstellen, die am besten zum Unternehmen passt.

Fazit

Wenn es um Social Media Accounts geht, gibt es kein Richtig oder Falsch. Jedes Unternehmen muss sich selbst und ihre Kunden analysieren, um den richtigen Weg für sich zu entdecken. Auch die Unternehmensressourcen spielen eine entscheidende Rolle bei der Accounterstellung, da diese nicht nur ins Leben gerufen werden, sondern auch gepflegt werden müssen. Es ist eher kontraproduktiv, wenn man für jedes Produkt in jedem Land einen eigenen Account auf mehreren Plattformen erstellt und diese dann nicht mit Content füllen kann. Letztendlich sind die eigenen Erfahrungen, die man durch Ausprobieren verschiedener Ansätze erhält, wichtiger als theoretisches Wissen – ganz nach dem Motto „Probieren geht über Studieren“.